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»für heute« - Ausgaben im November 2018

Rahel – die große Liebe
(Dagmar Köhring)

„Ich parshippe jetzt“, höre ich es andauernd in der Werbung, und eine wunderschöne junge Frau oder ein attraktiver Mann lächeln mich vom Bildschirm aus an. Auch die Liebe wird heute geplant und scheint nur noch über den Computer zu funktionieren. Aber manchmal wirft das Leben alle Planungen über den Haufen.

Liebe auf den ersten Blick – wer wünscht sich das nicht. Endlich der oder dem Einen begegnen und es fährt wie ein Blitz durch den Magen und ich weiß: Das ist es. Man kann die Augen nicht voneinander lassen, man möchte immer zusammen sein, man fühlt sich unvollständig, sobald der andere nicht mehr auf Tuchfühlung ist.

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Familie – Worauf kommt es an?
(Ralf Würtz)

»Früher«, denke ich so vor mich hin, »war alles eindeutiger«. Zum Beispiel die allgemeine Vorstellung davon, wie eine Familie auszusehen hat. Früher bestand sie aus Vater, Mutter und Kind; wobei das Kind natürlich ein Kind der Liebe zwischen Vater und Mutter war. Und heute?

Heute sitze ich an einem großen Kinderspielplatz und schaue dem Treiben der unzähligen Kinder zu. Dabei versuche ich, die Kinder den Erwachsenen zuzuordnen, die sich in einiger Entfernung am Rand rund um den Spielplatz aufhalten. Manche der Frauen und Männer sitzen alleine, manche in Grüppchen beieinander und unterhalten sich angeregt.

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Wenn ein geliebter Mensch stirbt
(Dorothea Föllner)

„Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf das wir klug werden“, bittet der Psalmbeter im 90. Psalm. Am Sterbebett eines geliebten Menschen gewinnen diese Worte neue Bedeutung.

Ich besuche meine Mutter im Hospiz. Seit vier Wochen ist es ihr neuer Wohnort – ein Ort der Begleitung für die letzte Zeit des irdischen Lebens. Hier findet meine Mutter genau das, was sie braucht und sich wünscht: Ruhe, eine von christlichen Werten geprägte Atmosphäre, Geborgenheit und die nötige Linderung von Schmerzen und Atemnot. Wie schön ist es für mich als ihre Tochter, hier fürsorglich auftretendes Personal zu erleben, das sich um die Würde der Bewohner bemüht und ihnen die bestmögliche Lebensqualität in dieser schweren Zeit bietet. Auch persönliche Gefühle dürfen bei allen Beteiligten ihren Platz haben. So wird das Sterben zu einem natürlichen Prozess des Lebens.

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... in Ewigkeit.
(Dagmar Köhring)

Der Schlusstakt des Vaterunsers beginnt schon gewaltig: „Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit“ – aber mit den letzten beiden Worten liefert er noch das Sahnehäubchen: „in Ewigkeit“. Spätestens jetzt ist klar, dass es hier um etwas ganz Großes geht. Denn für unser menschliches Denken ist bei der Ewigkeit Schluss.

Das dauert ja wieder ewig, schimpfe ich vor mich hin, wenn mein Computer nicht so schnell startbereit ist, wie ich es mir wünsche. Aber diese Ewigkeit ist in drei Minuten vorbei. Wenn ich jemand „ewige Liebe“ schwöre, habe ich schon ein längeres Zeitfenster im Blick: Mein ganzes Leben. Aber ist das „ewig“? „Die Ewigkeit dauert lange, besonders gegen Ende“, soll der amerikanische Regisseur und Schauspieler Woody Allen gesagt haben. Und damit hat er den Nagel auf den Kopf getroffen. Denn ein Ende ist bei der Ewigkeit nun mal nicht vorgesehen – genauso wenig wie ein Anfang. Aber eine Zeit ohne Anfang und Ende können wir Menschen uns nicht wirklich vorstellen. Gerade deshalb ist die Ewigkeit so gut dazu geeignet, um das besondere Wesen Gottes zu beschreiben.

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