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»für heute« - Ausgaben im Juni 2017

Die Kunst der Kommunikation
(Dagmar Köhring)

Das Pfingstwunder – das ist ein Ereignis, bei dem etwas funktioniert, was sonst ganz häufig schief geht: An Pfingsten erzählen die Apostel von ihren Erfahrungen mit Jesus – und jeder, der sie hört, versteht sie.

Das ist alles andere als selbstverständlich. Normalerweise geht es mir doch eher so: Ich will etwas zum Ausdruck bringen, ich ringe um die richtigen Worte, aber egal, wie ich es anstelle: Mein Gegenüber versteht etwas ganz anderes. »Du siehst aber gut aus heute« sagen Sie zu einem Freund oder einer Freundin und bekommen die vorwurfsvolle Antwort: »Wieso? Sehe ich sonst nicht gut aus?« Was als liebevolle Aufmunterung gedacht war, wird dann als versteckte Kritik harsch abgewehrt.

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Auf Sand gebaut
(Ralf Würtz)

Als gebürtiger Berliner kann mich so leicht nichts aus der Ruhe bringen. Auch keine Baustelle, deren Fertigstellung immer wieder verschoben wird und die erst irgendwann mal fertig sein wird – vielleicht.

Doch ein Kommentar in der Wiener Tageszeitung »Der Standard« hat mich dann doch unangenehm berührt. Birgit Baumann schreibt da am 7. Februar: »Unter den vielen Problemen, die der Berliner Pannenflughafen BER schon hervorgebracht hat, wird eines viel zu gering geschätzt: Es gibt praktisch keine neuen Witze mehr. Alle Gags sind gemacht, die Zeit der Nichteröffnung dauert einfach schon zu lang.«

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Über Rasierklingen
(Martin Wörz)

»Sie sollten Ihre Rasierklinge alle zwei Wochen wechseln«, so empfiehlt es eine bekannte Internet-Seite. Bei solchen Aussagen ziehen sich meine Augenbrauen zusammen. Ich bin skeptisch. Sicher – nach ein paar Wochen läuft die Klinge nicht mehr so selbstverständlich über die Haut. Doch deshalb gleich die Rasierklinge wechseln? Mit diesem Gedanken kann sich mein schwäbisch-sparsames Herz nicht anfreunden. Das bisschen Plastik mit ein paar Metall-Klingen ist schließlich richtig teuer. Wahrscheinlich, weil die vielen Werbespots im Fernsehen so viel Geld kosten. Da mach ich nicht mit. Ich nutze meine Rasierklingen länger.

Doch dieses Mal scheint die Klinge von besonderer Güte zu sein. Selbst nach vielen Monaten gewährleistet sie eine tadellose Rasur. Wobei zugegebenermaßen das Rasieren einen Tick mehr Durchsetzungsvermögen erfordert. Schon mehrere Male war ich fast so weit, die Klinge auszutauschen. Ich habe es aber nicht übers Herz gebracht, weil diese Rasierklinge mir schon so lange treue Dienste leistet. Es ist mir schon klar: Das Festhalten an der alten Rasierklinge ist etwas absurd. Rasierklingen sind zum Benutzen da. Wenn sie nicht mehr scharf sind, werden sie gewechselt. Wo soll da das Problem sein? Gefühle sind hier fehl am Platz.

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Der Apfel und andere Sündenfälle
(Rouven Bürkle)

Der Arzt setzt eine ernste Miene auf und sagt: »Herr B., Sie sollten dringend abnehmen, sich mehr bewegen und gesünder ernähren.« »Herr Doktor, meine Frau ist schuld, dass ich so dick bin. Sie stellt mir immer so viel zum Essen hin.« Da kommt mir Geschichte von Adam und Eva in den Sinn. Eine der bekanntesten Überlieferungen aus der Bibel (1. Mose 3,1-24).

Der Sündenfall oder auch die Vertreibung aus dem Paradies wurde unzählige Male weiter- und nacherzählt, nachgespielt und aufgeführt oder verfilmt, gezeichnet und gemalt. Diese Erzählung erklärt uns Menschen, wie wir sind. Sie erzählt uns eine Geschichte, die sich zu allen Zeiten immer wieder ereignet.

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